Zügelessen: Verpflegung für Helfer
Zügelessen: Die perfekte Verpflegung für Ihre Umzugshelfer
Ein Umzug ist eine logistische Meisterleistung, die ohne die Hilfe von Freunden, Familie oder Kollegen oft kaum zu bewältigen ist. Diese Helfer opfern ihren freien Tag, packen schwere Kisten und manövrieren Möbel durch enge Treppenhäuser. Eine angemessene Verpflegung – das sogenannte «Zügelessen» – ist daher nicht nur eine nette Geste, sondern fast schon eine moralische Pflicht. Sie ist der wichtigste Dank und der Treibstoff für die Truppe. Dieser Artikel erklärt, was ein gutes Zügelessen ausmacht, welche rechtlichen Rahmenbedingungen es gibt und wie Sie es effizient und budgetfreundlich planen.
Rechtlicher Kontext: Die Helfermahlzeit
In der Schweiz gibt es kein direktes Gesetz, das ein Zügelessen vorschreibt. Die Verpflegung von freiwilligen Helfern fällt jedoch unter den allgemeinen Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 2 ZGB) und kann im Rahmen eines Gefälligkeitsverhältnisses betrachtet werden. Entscheidend ist die Abgrenzung zu einem Arbeitsverhältnis. Um klar zu machen, dass es sich um eine unentgeltliche Gefälligkeit handelt und nicht um eine entlohnte Dienstleistung, ist die Bewirtung ein zentrales Element.
Ein offizielles Mittag- oder Abendessen, sowie die Bereitstellung von Getränken und Snacks während des Arbeitseinsatzes, unterstreichen den gemeinnützigen Charakter der Hilfe und verhindern Missverständnisse über eine geschuldete Vergütung. Es handelt sich um eine freiwillige, anerkennende Geste des Umziehenden.
Für detaillierte Informationen zu Gefälligkeitsverhältnissen und den allgemeinen gesetzlichen Prinzipien können Sie die offizielle Gesetzessammlung konsultieren: Schweizerisches Zivilgesetzbuch (ZGB).
Praktische Planung: Ein Berechnungsbeispiel
Angenommen, Sie haben 5 Helfer (plus Sie selbst = 6 Personen) für einen ganztägigen Umzug (ca. 8-10 Stunden). So könnte Ihr Verpflegungsplan aussehen:
- Morgens (Ankunft): Kaffee, Tee, Gipfeli oder ein einfacher Zopf.
- Vormittag (Snack): Frisches Obst (Äpfel, Bananen), Riegel, Mineralwasser und Apfelschorle.
- Mittagessen (Hauptmahlzeit): Etwas Sättigendes, das einfach zu servieren ist. Klassiker sind:
- Pizza (bestellt oder selbst belegt)
- Grillierte Würste und Brötchen mit Salatbuffet
- Ein grosser Topf Pasta mit zwei Saucen (z.B. Bolognese und Pesto)
- Nachmittag (Energie-Nachschub): Kuchen (z.B. ein grosser Rührkuchen), Kaffee, kalte Getränke.
- Abendessen (Abschluss): Wenn die Arbeit getan ist, ist ein gemeinsames Grillen oder ein einfaches Take-away-Essen (z.B. von der lokalen Pizzeria oder Asiatin) ein schöner Abschluss. Hier können auch Bier oder ein Glas Wein angeboten werden.
Checkliste für das perfekte Zügelessen
- Wochen vorher:
- Helferzahl bestätigen.
- Menü planen (berücksichtige Allergien/Vegetarier).
- Einkaufsliste erstellen.
- Falls nötig, Geschirr, Besteck und Gläser für alle organisieren (Pappteller/-becher sind in Ordnung!).
- Umzugstag:
- Frühstücksbasis und Kaffeestation bereitstellen.
- Kühlbox mit ausreichend Wasser, Saftschorle und Softdrinks füllen.
- Snacks (Obst, Riegel) gut sichtbar platzieren.
- Mittagessen vorbereiten oder Bestellzeitpunkt koordinieren.
- Für den Abend: Grill anwerfen oder Restaurant reservieren/bestellen.
- Wichtig: Immer genügend Müllbeutel und Recyclingtüten bereithalten!
Kostenkalkulation (in CHF)
| Posten | Für 6 Personen | Kosten (CHF, ca.) | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Frühstück (Gipfeli, Kaffee) | 6 Personen | 15 – 25 | Bäckerei oder selbst gemacht |
| Getränke (Wasser, Schorle, Softdrinks) | 4-5 Liter | 20 – 35 | Grossgebinde kaufen |
| Snacks (Obst, Riegel, Nüsse) | – | 15 – 25 | Energiespender |
| Mittagessen (Pizza bestellt) | 3-4 grosse Pizzen | 50 – 70 | Einfachste Lösung |
| Mittagessen (selbst gekocht) | Pasta mit Sauce | 30 – 45 | Budgetfreundlich |
| Kaffee & Kuchen (Nachmittag) | 1 Kuchen, Kaffee | 20 – 30 | Selbst backen spart |
| Abendessen (Grillen) | Würste, Brot, Salate | 60 – 90 | Beliebter Abschluss |
| Gesamtkosten (Richtwert) | – | 200 – 350 CHF | Variiert stark nach Menüwahl |
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
- Zu wenig zu trinken anbieten: Körperliche Arbeit erfordert viel Flüssigkeit. Stellen Sie von Anfang an eine gut gefüllte Kühlbox mit Wasser und Schorle in Reichweite auf.
- Zu kompliziertes oder aufwändiges Essen: Die Helfer sind zum Arbeiten da, nicht für ein 5-Gänge-Menü. Einfache, sättigende und handliche Gerichte sind king.
- Keine Alternativen für Vegetarier/Allergiker: Fragen Sie vorher kurz nach. Eine zusätzliche Käsepizza oder ein vegetarischer Aufstrich beheben das Problem einfach.
- Vergessen, dass man selbst auch isst: Planen Sie sich in alle Mengen mit ein. Ein hungriger Umzugsleiter ist kein guter Umzugsleiter.
- Chaotische Essensausgabe: Richten Sie eine klar definierte «Pausen-Zone» ein, die nicht mit Umzugsgut vollgestellt ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich den Helfern auch etwas bezahlen?
Nein, eine Bezahlung ist nicht üblich und könnte das Gefälligkeitsverhältnis in Frage stellen. Das Zügelessen und Getränke sind der angemessene und erwartete «Lohn». Eine kleine Aufmerksamkeit am Ende (z.B. eine Flasche Wein oder ein Dankeschön-Gutschein) ist eine schöne zusätzliche Geste, aber kein Muss.
Was ist, wenn ein Helfer sich während des Umzugs verletzt?
Im Rahmen eines Gefälligkeitsverhältnisses haftet der Umziehende (also Sie) für Schäden, die dem Helfer durch den von Ihnen geschaffenen Gefahrenbereich entstehen (z.B. herumliegende Kabel, unsichere Treppen). Eine private Haftpflichtversicherung ist hier essenziell. Für grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz des Helfers kann die Haftung reduziert sein. Klären Sie im Zweifel mit Ihrer Versicherung ab.

Kann ich das Essen von der Steuer absetzen?
Nein, die Kosten für die Verpflegung privater Umzugshelfer sind keine beruflichen Ausgaben und können nicht steuerlich geltend gemacht werden.
Was ist die einfachste Lösung für das Mittagessen?
Pizza bestellen ist der ungeschlagene Klassiker. Sie ist bei (fast) allen beliebt, kommt in grossen Mengen, macht satt und erfordert keinen Aufwand ausser einem Telefonanruf. Alternativ: Vorgekochte Saucen vom Caterer oder Grosshändler mit selbst gekochter Pasta kombinieren.
Sollte es Alkohol geben?
Während der aktiven Arbeitsphase sollten nur alkoholfreie Getränke angeboten werden. Beim abschliessenden Abendessen sind Bier oder Wein in Massen eine übliche und geschätzte Geste. Stellen Sie aber immer genug alkoholfreie Alternativen bereit.